Bali – Insel der Götter

Hallo,

wir fuhren also am Dienstag, den 15.01.19, von Banyuwangi rüber nach Bali. Etwa 45 min. fuhr die Fähre zum Hafen Gilimanuk. Dort holte uns ein Mittelsmann, dessen Kontakt wir von unserer Gastgeberin in Banyuwangi erhalten hatten, ab und brachte uns zu einem weiteren Mann, der uns nun zu unserer Unterkunft nahe Denpasar fahren sollte. Ca. 4 Stunden waren wir mit dem Auto unterwegs bis wir an unserem Ziel ankamen. Allein auf der Autofahrt haben wir schon einige kulturelle Unterschiede zu den anderen Inseln Indonesiens, die wir bereits besucht haben (Sumatra und Java), feststellen können. Aber dazu gleich mehr.

Wir hatten uns für Bali eine schicke kleine Villa über Airbnb gebucht mit Badezimmer unter freiem Himmel. Bei der Ankunft wurden wir von den beiden Haushälterinnen begrüßt, die unsere Gastgeber für sich beschäftigten und die in den kommenden Tagen täglich unser Zimmer reinigten und unsere Wäsche machten – was für ein Service.

Am Abend liefen wir noch zum 5 min. entfernten schwarzen Strand, genossen die Zeit in unserer schönen Unterkunft und ließen über unsere Gastgeber noch einen Roller für die nächsten Tage anmieten.

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In der Nacht zogen ein dickes Gewitter und starker Regen über uns hinweg. Da der Regen am nächsten Tag noch nicht nachließ, verbrachten wir erstmal etwas Zeit in unserer Unterkunft. Am Nachmittag zogen wir, eingepackt in unsere Regensachen, los zu einem nahegelegenen Wasserfall. Der Regen hörte zum Glück bald auf und wir konnten uns wie viele andere Touristen den Tegenungan Wasserfall anschauen. 

 

Als wir mit unserem Moped wieder losfahren wollten, sprach uns ein, im ersten Moment, sehr freundlich wirkender junger Mann an. Wir führten ein bisschen Smalltalk mit ihm und er empfahl uns eine in der Nähe liegende Kaffee- und Teeplantage. Das klang überzeugend und wir fuhren hin. Interessanterweise tauchte er während der Fahrt mit seinem Roller neben uns auf und zeigte uns das letzte Stück des Weges. Die (bereits wartenden?!) Männer bei der „Plantage“ hießen uns willkommen und einer von ihnen führte uns durch eine Art botanischen Garten, in dem einzelne Pflanzen (u.a. Ginseng und die Arabica-Bohne) wuchsen. Daneben erzählte er uns vom Luwak-Kaffee (Kopi Luwak), der aus den Hinterlassenschaften einer bestimmten Schleichkatzenart, dem Fleckenmusang, hergestellt wird (bei uns in Deutschland ein sehr teurer Kaffee) und sahen zwei dieser Katzen in kleinen Käfigen eingesperrt sitzen. Am Ende seiner kleinen Führung setzten wir uns hin und durften kostenlose Proben der „dort hergestellten“ Kaffee- und Teesorten testen. Auf unsere Frage hin, wo denn die Plantagen seien (denn um uns herum befanden sich nur Reisfelder), antwortete er „in den Bergen“. Ahja. Verarbeitet würde alles allerdings vor Ort, jedoch sahen wir nirgendwo auch nur ansatzweise etwas von einer Fabrik oder dem Verarbeitungsprozess. Allerdings geblendet von der doch recht netten Atmosphäre vor Ort, kauften wir dann einige der angebotenen Kaffee- und Teesorten. Wieder am Eingang angekommen stand der junge Mann vom Wasserfall da und auch ein anderer Mann, der uns schon bei der Ankunft am Wasserfall ansprach. Alles klar, jetzt haben wir verstanden. Fiese Touristen-Abzock-Falle.

 

Am nächsten Tag fuhren wir mit unserem Roller etwa eine halbe Stunde nach Sanur. Dort informierten wir uns schonmal darüber, wie man am besten auf die Insel Nusa Penida kommt (dorthin wollten wir einen Tagesausflug machen). Umgeben von Souvenirhändlern, Massage-Frauen und anderen Touristen liefen wir noch eine Weile am Strand entlang, aßen etwas und traten irgendwann auch wieder den Rückweg an. 

 

An unserem dritten Tag auf Bali besuchten wir die Tegallalang Reisterrassen. Eine Weile fuhren wir in das Landesinnere rein, fuhren am Rande von Ubud vorbei, wo es viele schöne Geschäfte gab und waren dann irgendwann wieder mitten in der Natur. Durch kleine Dörfer, an Reisfeldern, Regenwäldern und Flüssen vorbei, kamen wir nach anderthalb Stunden bei den Reisterrassen an. Schön anzusehen war der Ausblick auf jeden Fall, jedoch werden die Reisfelder dort nicht mehr wirklich bewirtschaftet und dienen eher touristischen Zwecken, sodass sie doch leicht verwuchert waren. 

 

Der Tag danach fing für uns früh an. Wir standen um 6 Uhr auf, um früh genug am Strand von Sanur zu sein, damit wir noch zwei Tickets für die Überfahrt nach Nusa Penida bekommen. Das klappte natürlich ganz leicht, denn die Anbieter für die Speedboot Überfahrten überschlugen sich nur so mit Angeboten und so saßen wir eine halbe Stunde später in einem der vielen Speedboote und fuhren etwa eine Stunde nach Nusa Penida rüber. Dort angekommen, entging uns natürlich nicht, dass Mopeds zum Ausleihen angeboten werden, denn die Männer am Hafen fielen regelrecht über uns her. Da wir uns tatsächlich ein Moped ausleihen wollten, losten wir einen glücklichen Gewinner aus, der uns auch gleich einen Schlüssel in die Hand drückte 😉

Nusa Penidas Küste besteht vor allem aus steilen Klippen, an denen es einige spektakuläre Aussichtspunkte gibt – und zu diesen wollten wir. Im Vorfeld hatten wir uns auch schon über die dortigen Straßenverhältnisse erkundigt, sodass wir nicht allzu überrascht waren, als wir auf kaum befahrbaren, mit Schlaglöchern übersähten Straßen vorwärtskommen mussten. Was für ein Glück, dass unser Moped bis zum Schluss durchhielt.

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Zuerst ging es zum Kelingking Strand bzw. Aussichtspunkt, denn der Zugang zum Strand war nur über eine sehr gefährliche, steile Treppe, die aus einzelnen Bambussprossen bestand, zu bewältigen. Bis zum Ende zogen es nur die wenigsten durch und wir probierten es gar nicht erst. Wir genossen lieber (mit vielen anderen Touristen) die unglaublich schöne Aussicht von oben.

 

Danach fuhren wir zu den Aussichtspunkten „Angels Billabong“ und „Broken Beach“. Auch hier gab es wieder schöne Strände und sogar einen „Naturpool“ zu betrachten. Ein anderer Tourist machte uns sogar auf einen Mantarochen, der im Wasser schwamm, aufmerksam. Wunderschön anzusehen, wie er so durchs Wasser schwebte!

 

Da unsere Zeit leider nicht mehr reichte, um noch einen anderen Strand zu besuchen, setzten wir uns dort noch eine Weile in ein Café und machten uns irgendwann auf den Rückweg zum Hafen. Zum Glück boten unterwegs überall private Leute vor ihren Häusern Benzin an, denn sonst wären wir dort wohl niemals angekommen 😉

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Der Rückweg auf die Hauptinsel Bali ging dann nicht mehr ganz so ruhig zu, wie am Morgen. Relativ hohe Wellen ließen unser Speedboot ziemlich ins Schaukeln geraten.

Bei der Ankunft am Strand konnten wir dann noch eines der vielen Feste beobachten, die die balinesischen Hindus feiern. Vielleicht hier ein paar Worte zur Kultur und den religiösen Traditionen auf Bali: Im Gegensatz zum vorwiegend muslimisch geprägten Indonesien, leben auf Bali vor allem Hinduisten. Sie glauben an die Existenz von Göttern (wohnen in den Bergen) und Dämonen (wohnen im Meer) und sehen es als ihre Aufgabe, diese mit Opfergaben zu beschwichtigen und gnädig zu stimmen. Dazu werden  kleine Körbchen aus Palmenblättern gebastelt und mit Blüten, Reiskörnern, Süßigkeiten, Gebäck, Früchten etc. bestückt. Diese werden täglich an Tempeln, Götter- und Dämonenstatuen, Hotels, vor Häusern usw. ausgelegt – was wir oft genug beobachtet haben (s. Bild oben, Opfergabe am Strand und auch vor unserem Haus lag immer wieder eines). In der Mitte des Körbchens steckt ein angezündetes Räucherstäbchen. Die Opfergaben auf dem Boden sind den Dämonen geweiht, die auf den Tempeltischen den Göttern. (Quelle und für weitere Infos: https://globetrotter-moments.net/hinduismus-auf-bali/  ) Dazu gibt es regelmäßig große Tempelfeste, von denen wir auch einige sehen konnten. Der Bambusstab, der auf den Bildern an Häusern und Tempeltischen zu erkennen ist, wird Penjor genannt und zu besonderen Feierlichkeiten, wie dem gerade erst beendeten wichtigsten Feiertag „Galungan“ (26.12.18-05.01.19), mit Früchten, Reiskuchen, Blumen und Stoffen verziert. Die Farben der Stoffe, die auch die Menschen tragen, haben wiederum auch eine bestimmte Bedeutung. Um hier nur zwei davon zu nennen und die wir am häufigsten gesehen haben: weiß ist die Farbe des Lebens, gelb das Symbol der Natur.

 

Unseren letzten Tag auf Bali wollten wir am Strand verbringen. Wir fuhren am späten Vormittag los in Richtung Nusa Dua und fuhren und fuhren. Die Strecke war also doch länger als gedacht und da wir am Nachmittag noch einen Massagetermin mit einer der Haushälterinnen ausgemacht hatten, fuhren wir mit dem Roller doch nicht so weit und machten es uns für einige Zeit am Strand in der Nähe von Sanur bequem.

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Am nächsten Morgen hieß es auch schon wieder Abschied nehmen für uns von Bali, denn die Fähre nach Lombok wartete auf uns.

Liebe Grüße 

Tobias & Sophie (:

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